Meine Reise in die Schweiz: Tag 1 – Audemars Piguet

Wie seit nunmehr 16 Jahren, führt mich auch dieses Jahr meine Reise zunächst in die Schweiz. Vormals als UHREN-MAGAZIN-Chefredakteur, begleite ich die Reisen mittlerweile als freier Journalist mit großem Vergnügen und liebe es, die Einblicke in die besuchten Manufakturen von Audemars Piguet, Parmigiani, Chopard und Jaeger-LeCoultre zu teilen. Heute beginne ich mit dem ersten Tag der Reise, der mich und die Teilnehmer zu Audemars Piguet führte. Bei der Begrüßung am Morgen hatten uns Marc Schmid aus dem Stammhaus und Martin Sondhof vom Audemars-Piguet-House in der Münchener Maximilianstraße über die historische Entstehung von Audemars Piguet und die aktuellen Entwicklungen in einer gemütlichen Runde in Kenntnis gesetzt. Die Beschränkung der Produktion auf 40.000 Uhren im Jahr trotz der aktuell hohen Nachfrage sei nicht willkürlich, sondern der Tatsache geschuldet, dass man auf dem hohen Fertigungsniveau, welches die Manufaktur pflegt, derzeit einfach keine höheren Stückzahlen produzieren könne. Davon wollen wir uns jetzt persönlich überzeugen: Nach dem Durchqueren einer Sicherheitsschleuse und dem Überziehen der obligatorischen Uhrmacherkittel führt uns der Weg direkt die Werkeproduktion.

In der Werkeproduktion entstehen sowohl neue als auch legendäre Kaliber

Hier wird unter anderem das automatische Kaliber 5133 hergestellt, das im derzeit flachsten ewigen Kalender seinen Einsatz findet. Ebenso das legendäre Kaliber 2121 der Royal Oak Ultra Thin. Doch nicht nur neuzeitliche Kaliber werden hier mit der höchsten Aufmerksamkeit zusammengefügt. Am Ende der Produktionshalle befindet sich das Atelier, das sich aller Uhren annimmt, welche vor 1960 produziert wurden. Auch alle Uhren des derzeit im Neubau befindlichen Museums halten erfahrene Uhrmacher und Restaurateure hier in Stand. Hilfreich ist ein große Safe mit sogenannten Fournituren. Diese historischen Ersatzteile dienen als Vorlage, sollte für eine Restauration eine Neuanfertigung eines defekten Bauteiles notwendig sein.

 

Eine akribische Dokumentation bebildert die Fortschritte bei der Restauration und wird dem Besitzer mit seiner Uhr übergeben. Wir dürfen – neben der ersten automatischen Armbanduhr von Audemars Piguet – besonders Taschenuhren mit Westminsterschlag auf drei Tonfedern und großer und kleiner Sonnerie bewundern. Höhepunkt ist die komplizierteste Taschenuhr, welche jemals von Audemars Piguet angefertigt wurde. Die sogenannte Universal-Uhr wurde im Auftrag von Jakob Dürrstein zum Jubiläum für Union Glashütte gefertigt. Nach dem Mittagessen direkt am sonnenbeschienenen Strand des Lac de Joux, ist der Nachmittag dem Besuch der Zifferblatt- und Gehäusefertigung sowie der Begutachtung der aktuellen Kollektion gewidmet.

 

Ein leises Tackern macht uns beim Betreten der Zifferblattproduktion neugierig. Ein Dutzend brusthoher Maschinen übertragen nach dem Prinzip eines Pantographen oder Storchenschnabel von einer großen Stahlscheibe deren Muster auf ein kleines Messingblatt. Dabei erzeugt der metallene Abnehmer das charakteristische Geräusch. Ein kleiner Stichel schneidet das quadratisch erscheinende Tapisserie-Muster in das Zifferblatt der Royal Oak. Die genaue Betrachtung unter dem Mikroskop enthüllt, dass es eine geschickte optische Täuschung ist, welche das drehend entstandene Muster rechtwinklig erscheinen lässt. Anschließend heißt es für unsere Leser, selbst Hand anzulegen. Nach einer kleinen Auffrischung der Geschichte anhand historischer Modelle geht es daran, winzige Schrauben einzudrehen, einen Rohling mit Perlagen zu versehen und ihn anschließend zu satinieren sowie Zahnräder funktionierend in ein Werk einzufügen. Stolz darf jeder Teilnehmer sein Werkstück als Souvenir mitnehmen. In einem speziell gesicherten Raum erwartet uns die aktuelle Kollektion von Audemars Piguet. Nach der ausgiebig genutzten Möglichkeit, die Modelle ans eigene Handgelenk zu legen und zu fotografieren, begleitet uns Martin Sondhof noch zu einem Abendessen mit spektakulärem Alpenblick auf den Montblanc in das Städtchen Morges am Genfer See. Der kommende Tag wird uns zu Parmigiani und Chopard führen.

Abendstimmung in Morges am Genfer See.

Abendstimmung in Morges am Genfer See.

Die Leserreisen mit der Uhren-Magazin-Redaktion haben eine lange Tradition und auch im kommenden Jahr werde ich die Besuche im Schweizer Jura und in Glashütte begleiten. Wer im September 2019 noch zwei Tage Zeit hat, der darf mich gerne auf der Leserreise nach Glashütte vom 16. bis 17. September begleiten. Besucht werden A. Lange & Söhne, Tutima, Mühle, Wempe Glashütte und Glashütte Original. Informationen und Anmeldung direkt bei Bettina Rost.

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