Wempe: Neueröffnung am Kudamm

Am Berliner Kurfürstendamm 215 unterhält das Hamburger Juweliershaus Wempe seit 1988 eine Niederlassung. Doch nun befindet sich an der bekannten Adresse eine neue Institution. Denn die Gelegenheit, das Nachbarhaus mit einzubeziehen, nutzte Hellmut Wempe, um die Niederlassung vollständig zu erneuern.
Gemeinsam mit Kim-Eva Wempe (56), die das Unternehmen 2003 von ihrem Vater Hellmut übernommen hatte, entwickelte Geschäftsführer Guido Kessler (55) für die von 375 auf knapp 860 Quadratmeter erweiterte Niederlassung ein individuelles, an den Standort angepasstes Konzept. Mit Aus- und Umbau beauftragte Wempe ein weiteres Mal die interdisziplinäre Hamburger Bauhütte von Anna Nicolas, die bereits die Niederlassungen in New York, München und Stuttgart individuell neu gestaltet und ausgebaut hat.

Um die Beletage für exklusive Verkaufssalons nutzbar zu machen, wurde die Front zu einer doppelgeschossigen Eingangsfassade aufgebrochen. Deckendurchbrüche und eine Art Patio mit frei stehender Stahltreppe im Inneren schaffen ein offenes Raumerlebnis. Über einen weißen, in großen Formaten verlegten Marmorboden in der Eingangshalle gelangt man in den geräumigen, mit Kastanienholz getäfelten Uhrensalon. Hier wird der Großteil der 22 exklusiven von Wempe geführten Uhrenmarken zeitgemäß inszeniert. Von dort aus hat der Kunde Einblick in die Servicewerkstatt der versierten Uhrmacher.

Einzigartig ist der neue Schmuckbereich über drei Räume, in den erstmalig eine gläserne Goldschmiedewerkstatt integriert ist. Dort können Kunden hinter Glas den Kunsthandwerkern bei der Arbeit an ihren Pretiosen zuschauen und im Gespräch mit dem Goldschmied eigene Kreationen entwerfen.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, arbeite ich seit Ende 2018 in der Marketingabteilung für die Firma Wempe. Dennoch sind die Eindrücke der Eröffnung der Maximilianstraße in München (meinem Studienort), der neuen Niederlassung in Stuttgart (meiner zweiten Heimat neben Hamburg) und der Neueröffnung in Berlin (meiner Jugendliebe) davon (vielleicht) noch unbefangen. Aber das neue Konzept, die äußere Gestaltung wie die Innenräume in einen Bezug zum jeweiligen Standort zu stellen, überzeugt auf den ersten Blick. Eine wertigere und gleichzeitig individuellere Umsetzung lässt sich kaum denken. Den Gestaltern ist es gelungen, den örtlichen Bezug herzustellen, die Wertschätzung gegenüber Schmuck und Uhren zu vermitteln und den einzelnen Marken genügend Spielraum zu geben, sich individuell zu präsentieren.

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