Nach dem Gyrotourbillon mit Westminsterschlag präsentiert Jaeger-LeCoultre nun mit der Master Grande Tradition Répétition Minutes Perpetuelle einen weiteren Vertreter hoher Uhrmacherkunst mit Schlagwerk. Jaeger-LeCoultre gibt dem neuen Schlagwerksmodell ein neues Tonferdensystem, eine neues Gehäusedesign und eine intuitivere Bedienbarkeit mit auf den Weg. Bereits 1895 erhielt die Manufaktur ein Patent auf einen sogenannten Stilklangregler. Mittlerweile zählen über 200 Schlagwerkkaliber zum historischen oder modernen Inventar.

 

Das Automatikkaliber 950 der Master Grande Tradition Répétition Minutes Perpetuelle besitzt zwei Tonfedern, die an ihrer Basis verschweißt sind, winden sich in die gleiche Richtung nahezu einmal vollständig rund um den Rand des Uhrwerks, bevor sie sich auf spektakuläre Weise über die gesamte Höhe des Uhrwerks nach oben biegen. Anschließend gehen sie auseinander und bilden einen abschließenden Halbbogen um die andere Seite des Uhrwerks, wo sie enden, kurz bevor sie sich berühren. Auch die bereits bekannten Tonfedern mit quadratischem Durchschnitt und die sogenannten Trébuchet-Hämmer kommen zum Einsatz. Der Aufzugsrotor des Kalibers 950 ist im Inneren des Uhrwerks verborgen und befindet sich zwischen den Mechanismen für den Ewigen Kalender und für die Minutenrepetition, damit der Mechanismus auf der Rückseite der Uhr vollständig sichtbar ist. In einer kleinen Zifferblattöffnung oberhalb der Zeigerachsen warnt eine Anzeige zwischen 22 Uhr und ein Uhr morgens davor, die  Zeit zu verstellen. In diesem Zeitraum würde das Uhrwerk unnötig belastet oder könnte sogar Schaden nehmen. Trotz der zahlreichen Komplikationen und dem automatischen Aufzugsystem ist die Master Grande Tradition Répétition Minute Perpétuelle hoch kompakt und weist einen Durchmesser von 43 Millimeter sowie eine Höhe von 13,72 Millimeter auf.

 

Das Gehäuse wurde neu entwickelt, es besteht aus über 80 separaten, von Hand veredelten Teilen. Das Weißgoldgehäuse ist wasserdicht bis fünf Bar, der Gehäuseboden aus Saphirglas. Die Master Grande Tradition Répétition Minute Perpétuelle erscheint in zwei Varianten mit verschiedenen Zifferblättern: Das eine zeigt sich neoklassisch, silberfarben und gekörnt, das andere ist guillochiert und mit einer dunkelblauen, transparenten Schicht aus Emaille versehen und wurde in den Ateliers der Métiers Rares von Hand gefertigt. Beide Modelle sind auf jeweils 30 Exemplare limitiert. Jaeger-LeCoultre Master Grande Tradition Répétition Minutes Perpétuelle mit silberfarbenem Zifferblatt 250.000 Euro, mit guillochiertem, blauem Zifferblatt 286.00 Euro.

Tom Wanka – Uhrenjournalist und BloggerEs freut mich sehr, dass Jaeger-LeCoultre an seine Tradition anknüpft und seine beeindruckenden konstruktiven und fertigungstechnischen Fähigkeiten in solchen Spitzenprodukten demonstriert. Man kann nur erahnen, welcher Forschungsaufwand hinter den geschwungenen Tonfedern stehen mag. Zudem sind die Innovationen kein Selbstzweck. Den Rotor in der Kalibermitte zu positionieren, damit er den Anblick des Werkes nicht beeinträchtigt, ist eine geradezu berührende Idee.

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